Luftaufnahme über einem Küstenwald: dahinter breiter Sandstrand mit Strandkörben und das offene Meer

Urlaub in Ostfriesland

Die Küste hinter dem Deich

Ostfriesland ist Festlandsküste, und das prägt alles: Vor dem Deich liegt kein Sandstrand, sondern das Watt — UNESCO-Weltnaturerbe, zweimal am Tag trocken. Die Orte heißen Siel, weil sie an einem Deichdurchlass entstanden sind: Bensersiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel, Neßmersiel.

Von jedem dieser Häfen fährt eine Fähre auf eine der Ostfriesischen Inseln. Wer Sandstrand will, nimmt sie — oder fährt nach Norddeich, wo eine der wenigen Badebuchten des Festlands liegt. Landeinwärts beginnt die Marsch mit Warften, Mühlen und Kanälen.

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Die größten Ferienorte in Ostfriesland

Norden, Carolinensiel und Greetsiel liegen alle hinter dem Deich — die Entfernungen zum Wasser sind deshalb größer als an der Ostsee, und was am Ende des Weges liegt, ist zweimal täglich Watt statt Wasser.

Ferienwohnung in Ostfriesland – Urlaub am Wattenmeer

Ferienwohnungen in Ostfriesland liegen fast immer hinter dem Deich, und das ist keine Einschränkung, sondern der Charakter der Region: Vor dem Deich beginnt das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, das zweimal täglich trockenfällt. Wer klassischen Sandstrand sucht, findet ihn in Norddeich, in Harlesiel und vor allem auf den vorgelagerten Inseln, zu denen von jedem Sielhafen Fähren fahren. Ein Punkt, den man vor der Buchung kennen sollte: Die durchschnittliche Entfernung zum Wasser liegt hier je nach Ort zwischen einem und über zwei Kilometern — die Orte sind an Häfen und Kanälen gewachsen, nicht an einer Strandpromenade. Aus dem Ruhrgebiet und aus Bremen ist man in zwei bis drei Stunden da.

Sielorte, Inselfähren und wo der Sandstrand liegt

Die ostfriesischen Küstenorte sind Sielorte: Sie sind an einem Deichdurchlass entstanden, durch den das Binnenwasser abfließt, und haben deshalb alle einen Hafen mitten im Ort. Norden mit dem Ortsteil Norddeich ist der größte und der einzige mit Bahnanschluss bis ans Wasser — von hier fahren die Fähren nach Juist und Norderney, hier liegt die Seehundstation, und hier gibt es mit dem Norddeicher Strand eine der wenigen Badebuchten des Festlands. Carolinensiel-Harlesiel im Osten hat einen Museumshafen mit historischen Plattbodenschiffen und dahinter den Sandstrand von Harlesiel; die Fähre geht nach Wangerooge. Von Bensersiel fährt man nach Langeoog, von Neuharlingersiel nach Spiekeroog, von Neßmersiel bei Dornum nach Baltrum. Greetsiel in der Krummhörn ist der Ort, den alle fotografieren: Krabbenkutter im Hafenbecken, dahinter die beiden Zwillingsmühlen. Baden kann man dort nicht — dafür ist es der schönste Ausgangspunkt für Radtouren durch die Marsch.

Beste Reisezeit, Watt und Wetter

Die Hauptsaison liegt zwischen Juni und September, wobei das Wetter an der Nordsee unzuverlässiger ist als an der Ostsee — dafür ist es selten drückend heiß. Wattwanderungen sind das ganze Jahr über das eigentliche Programm, und sie hängen nicht vom Wetter ab, sondern von der Tide: Der Gezeitenkalender bestimmt, wann Sie loskönnen, nicht der Kalender an der Wand. Geführte Touren gibt es von allen Sielorten, und geführt heißt hier wirklich geführt — bei aufkommendem Nebel oder auflaufendem Wasser wird das Watt schnell gefährlich. Herbst und Winter haben ihre eigene Saison: Sturmfluten sind ein Schauspiel, das man vom Deich aus verfolgt, und die Teestuben sind dann voll. Anreise mit dem Auto über die A31 bis Emden oder die A29 bis Wilhelmshaven; mit der Bahn fahren Züge bis Norddeich Mole, direkt an den Fähranleger.

Tee, Mühlen und die Krummhörn

Die ostfriesische Teezeremonie steht seit 2016 auf der bundesweiten Liste des immateriellen Kulturerbes: Kluntje in die Tasse, Tee darüber, Sahne mit dem Wolkenlöffel hineingeben und nicht umrühren. In fast jedem Ort gibt es eine Teestube, in der das noch so gemacht wird. Sehenswert ist die Krummhörn, die Marschlandschaft westlich von Norden: In ihr liegen Warftendörfer wie Rysum und Pilsum, dessen gelb-roter Leuchtturm durch einen Film bekannt wurde, und eine ungewöhnliche Dichte an Windmühlen. Emden hat mit der Kunsthalle und dem Feuerschiff einen Stadttag wert, Aurich das Historische Museum, und in Leer beginnt das Netz der Fehnkanäle. Für Radfahrer ist die Region ideal: Es gibt praktisch keine Steigungen, dafür fast immer Wind — die Route sollte man so planen, dass man ihn auf dem Rückweg im Rücken hat.